Freitag, 11. Februar 2011

Von Steampunk-Raumschiffen und LARP im Atomreaktor ...


Unabhängig von den Bücher zum Knudepunkt wurde im Norden Europas Anfang des Jahres ein weiteres, ziemlich beeindruckendes Buchprojekt veröffentlicht: Nordic Larp bietet auf reich bebilderten 322 Seiten ausführliche Dokumentationen zu 30 außergewöhnlichen Live-Rollenspielen aus Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland. Das englischsprachige Buch ist als großformatiges Hardcover mit Schutzumschlag erschienen.

Ob Steampunk-Raumschiff in einem ehemaligen russischen U-Boot, 20 Meter langer, Drache oder Alternate-Reality-Game in einem ehemaligen Atomreaktor tief unter den Straßen von Stockholm – Nordic Larp zeigt eindrucksvoll was im Hobby Live-Rollenspiel alles möglich sein kann (zumindest wenn man in den nordischen Ländern lebt). Und wenn man als deutscher LARPer jetzt noch nicht neidisch ist, dann vielleicht wenn man erfährt, dass dieses Buch aus verschiedenen Kulturfonds mit Fördergeldern in Höhe von knapp 30.000 Euro unterstützt wurde.

Weitere Informationen zum Buch gibt es unter http://nordiclarp.wordpress.com/

Mittwoch, 9. Februar 2011

Nordic Larp Talks Kopenhagen

Am 16. Februar ab 19.00 Uhr finden im Rahmen des Knudepunkt-Vorprogramms in Kopenhagen zum zweiten Mal die Nordic Larp Talks statt. Die Veranstaltung wird voraussichtlich live als Webstream übertragen.

Angekündigt sind folgende Vorträge:

Nordic Larp culture
Johanna Koljonen

Fabricating madness
Peter Schønnemann Andreasen

Learning through playing
Sanne Harder Flamant

Playing with personal development
Bjarke Pedersen

Why some games use our real life fears and emotions to create stories
Markus Montola

Not another story of boy meets girl
Tor Kjetil Edland

Can playing games teach us about war?
Eirik Fatland

Documenting the Nordic Larp Scene - the making of the Nordic Larp Book
Panel: Jaakko Stenros & Johanna Koljonen

Freitag, 4. Februar 2011

Verrückt nach diesem Typen ...

... oder wegen ihm? Ausgelöst von einem Netzfundstück gab es auf LarpeR.Ning vor einigen Tagen eine recht scharfe Diskussion über Frauenrollen im LARP (und – wie das so läuft bei Internet-Diskussionen unter Live-Rollenspielern – irgendwann auch ganz allgemein über Geschlechterfragen, Gleichberechtigung, Frauenbilder, Männerbilder, Frauenunterdrückung, Männerunterdrückung, die Frage wer zuerst Jehova gesagt hat etc.). Ganz am Rande stellten einige Diskussionsteilnehmer Überlegungen an, wie wohl ein Con aussehen würde, bei dem gängige Geschlechterrollen mal umgedreht wären.

Ein Spiel, das dem zumindest nahe gekommen sein dürfte und sich explizit mit Genderfragen auseinandergesetzt hat, hat im letzten Jahr in Norwegen stattgefunden. Mad about the Boy spielte in der nahen Zukunft, in der alle Männer durch ein Virus getötet wurden und sich eine reine Frauengesellschaft neu formieren muss. Es ging um jede Menge Konflikte, die sich um den Kampf gegen das Aussterben der Menschheit, neue Familien- und Gesellschaftsmodelle drehten. Außerdem wurden die Charaktere (logischerweise alles Frauen) mit einem überlebenden Mann konfrontiert und mussten entscheiden, wie mit diesem zu verfahren sei.

Eine ausführliche Dokumentation zu diesem Spiel, findet sich in Do Larp - Documentary Writings from KP2011, dem zweiten Buch zum diesjährigen Knudepunkt. Außerdem bietet das Buch auf 220 Seiten zwölf weitere Beschreibungen von sehr unterschiedlichen Live-Rollenspielen, die, so zumindest das ehrgeizige Ziel der Herausgeber, für andere Veranstalter als „Blaupausen“ dienen sollen. Da gibt es zum Beispiel das etwas seltsame finnische Kunstlarp The Plastic Cup (bei dem die Spieler mehrere hundert Porzellantassen zerstören dürfen) oder das israelische Mini-LARP Salem 1906 - The Secret Sauce (inspiriert von den Hexenprozesse von 1692 in Salem, New England und mit dem Ziel, Spieler mit moralischen Problemen zu konfrontieren).

Das Buch ist auf jeden Fall eine tolle Möglichkeit um auf neue Ideen zu stoßen und ungewohnte Spielmechaniken kennenzulernen ... auch abseits von irgendwelchen Genderfragen ;-)
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Nachtrag: Eine Vorlage zu Mad about the boy war übrigens die Graphic Novel Y: THE LAST MAN (Danke für den Link, Teena)

Donnerstag, 3. Februar 2011

Nerds erforschen und dafür Geld und einen Doktortitel bekommen ...

... das dürfte der Traum von manchem larpenden Akademiker sein. An der Universität von Maastricht ist dazu aktuell eine Doktorandenstelle ausgeschrieben.