Montag, 30. Januar 2012

F.R.E.D. 2012: Die Gewinner

Besser spät gebloggt als gar nicht: Auf dem diesjährigen MittelPunkt wurden im Rahmen einer geradezu oskarreifen Gala die Gewinner des F.R.E.D.* 2012 verkündet. Dabei konnte das Westerncon Buffalo Hill der Orga Die Thurngruppe gleich in zwei Kategorien (Bestes LARP und Beste Ausstattung) triumphieren. Den Veranstaltern war es aus Sicht der Jury hervorragend gelungen, die Illusion einer lebendigen Welt in der filmreifen Kulisse einer Westernstadt zum Leben zu erwecken.
In der Kategorie Bestes EDU-LARP waren die Waldritter mit ihrem Con Die Mauer erfolgreich, das sich mit der innerdeutschen Grenze beschäftigte. Ein ausführlicher Beitrag zu diesem Spiel findet sich auch in der kommenden LARPzeit.
Der Preis in der Kategorie Bestes Werbemedium ging schließlich an das Spiel Darkland 8 –Freyhafn des Darkland e.V. für das Gesamtkonzept aus Website und Trailern.

*Der Preis für Fortschrittliche Rollenspiel-Entwicklung in Deutschland des Deutschen Liverollenspiel Verbands (DLRV e.V.)

Dienstag, 24. Januar 2012

Bald ausgebucht: Solmukohta 2012

Heute morgen wurde die Online-Anmeldung zum Solmukohta 2012 freigeschaltet, mittlerweile sind weit mehr als die Hälfte der Teilnehmerplätze vergeben. Wer also plant an der LARP-Konferenz der nordischen Länder teilzunehmen (die in diesem Jahr in Finnland stattfindet) sollte sich mit seiner Anmeldung beeilen. Der Solmukohta findet vom 12. bis 15. April im Konferenzhotel Kiljavanranta in Nurmijärvi statt (das liegt ca. 45 Kilometer entfernt von Helsinki) und kostet 150,- Euro (inklusive Verpflegung). In den Tagen vor der eigentlichen Veranstaltung gibt es außerdem in Helsinki die Week in Finnland, bei der ausländische Teilnehmer die Gelegenheit haben sich mit Land und (LARP)-Kultur bekannt zu machen (Vorsicht: Kann Sauna, Karaoke und alkoholische Getränke in nicht unerheblicher Menge enthalten).
Wer einen eigenen Programmbeitrag zur Konferenz leisten möchte, sollte diesen bis Ende Februar bei den Veranstaltern einreichen. In diesem Jahr ist das Motto der Veranstaltung übrigens "Design":
In support of Helsinki's status of World Design Capital 2012 the theme for Solmukohta 2012 is design. What does design mean in live action and other forms of roleplaying? What is game design and how does it overlap with - and relate to - other forms of design? Why do we design and who do we design for? We want to explore the core of game design and talk about its different forms, trends, possibilities and future. Should design always aim for something extraordinary and exquisite, or is it possible to dress up in our old elf ears and let the wind blow through our dusty capes in a design fantasy setting? What qualifies as design?

Update: Keine drei Stunden später ist das Event ausgebucht ... das waren 265 Anmeldungen in knapp zwölf Stunden. Aber es gibt ja noch die Warteliste ...

Vorläufer der Mittellande – Proto-LARP 1941


Bereits Ende der 30er/Anfang der 40er Jahre des letzten Jahrhunderts hatten amerikanische Studenten Spaß daran, sich phantastische Welten auszudenken und diese dann in albernen ambientigen Kostümen zum Leben zu erwecken. So berichtet das Life Magazine im März 1941 über Studenten der University of Nebraska, die gemeinsam den Planeten Atzor bespielen. Dabei scheint es sich in erster Linie um Hofhaltungs- und Diplomatiespiel gehandelt zu haben, in das zeitweise bis zu 400 Personen involviert waren. Einen wichtigen Anteil haben offenbar auch die Konflikte um die Grenzen imaginärer Länder ausgemacht (womit diese Proto-LARPer in gewisser Weise Vorfahren der Mittellande-Kampagne waren ...). Eine weitere Kontinuität: Schon 1941 hat derartige Freizeitgestaltung das elterliche Misstrauen geweckt.

Den Schöpfer des Planeten Atzor, einen gewisser Frederick Lee Pelton alias Kaiser Frederick II., hat die Phantastik offenbar auch später nicht losgelassen. Vor seinem frühen Tod im Jahr 1950 hat er verschiedene Beiträge zu Lovecrafts Cthulhu-Mythos verfasst, darunter mit dem Sussex Manuscript das vermutlich erste Fan-Fiction-Necronomicon.

Mittwoch, 18. Januar 2012

In schlechter Gesellschaft ...

Ich fand es ja schon seltsam, als damals die Junge Freiheit die LARPzeit so positiv rezensiert hat. Auf eine unangenehme Weise seltsam, denn von denen gelobt zu werden ist aus meiner Sicht alles andere als ein Kompliment. Aber das war offenbar noch nicht der Gipfel der Skurilität ...
Zufällig bin ich nämlich gerade darauf gestoßen, dass die LARPzeit von einer der zahllosen Reichsbewegungen* unter verschiedene interessante Weltnetz-Seiten aus unterschiedlichen Truther-Szenen und Patriotenkreisen geführt wird**. Ja genau ... die LARPzeit. In "bester Gesellschaft" neben nationalen Esoterikern, wahnhaften Zionistische-Weltverschwörungs-Aufdeckern und anderen "Infokriegern". Zwar wird anerkannt, dass die verlinkten Seiten nicht in allen Punkten mit der Weltanschauung, der Vorgehensweise und dem Konzept der Reichsbewegung überein stimmen sondern sich die Betreiber teilweise noch auf Irrwegen befänden, es sei aber innerhalb dieser Szenen eine Tendenz zur Vernetzung zu beobachten, welche sich in der grundsätzlichen Ausrichtung immer mehr der kosmoterischen Weltanschauung (sic!) der Reichsbewegung annähert und sie gäben aus Sicht der Seitenbetreiber eine Übersicht über das Spektrum der systemkritischen Szenen, welche sich im Wahrheits- und Freiheitskampf verdient gemacht haben.

Ah ... ja ... ok ... Die LARPzeit, Fackelträger im Kampf gegen das böse System. Ist LARPzeit #23 mit dem Leitthema Verschwörer und Verschwörungen im LARP schuld? Berichten wir zu oft über Alternate Reality Games (die ja auch oft Verschwörungen als Spielinhalt haben?). Haben wir gar versehentlich mal das falsche Buch rezensiert (manchmal erkennt man die nationalen Spinner ja nicht sofort, wenn sie sich historisch-phantastisch tarnen)?
Immerhin, die Karfunkel hat es auch getroffen. Vermutlich hat also nur irgendein Spaßvogel unseren Link vorgeschlagen und die tapferen Streiter der "Neuen Gemeinschaft von Philosophen" hatten einfach keine Zeit das mal zu prüfen, weil sie sich um die Rettung des Deutschen Reichs kümmern mussten. Gut, diese Sache läuft ja offenkundig nicht sooo gut in den letzten Jahren, da habe ich natürlich Verständnis ...




*Ihr wisst schon ... das sind die Leute, die die Rechtmäßigkeit der BRD nicht anerkennen sondern darauf beharren, das Deutsche Reich würde weiterbestehen und aus unerfindlichen Gründen seien sie legitimiert dessen Regierungsgeschäfte zu führen ... zu unser aller Wohl natürlich.
**Einen direkten Link werde ich hier bewusst nicht setzen, aber wer es sich ansehen mag: wwwPUNKTreichsbewegungPUNKTorg/portal/index.php?option=com_content&view=article&id=211&Itemid=160

Donnerstag, 12. Januar 2012

Occupy LARP - Teilnahmegebühren in der Kritik

Wird LARP immer teurer? Glaubt man dem Bauchgefühl des durchschnittlichen Foren-Kommentators muss das Hobby ungefähr seit dem zweiten je in Deutschland veranstalteten Con unglaubliche und ständige Preissteigerungen erdulden. Die Statistiken sprechen zwar eine andere Sprache, aber man weiß ja nicht erst seit dem berühmt berüchtigten (d.h. dem britischen Premier vermutlich von den Nazis untergejubelten) Churchill-Zitat: "Trau keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast".

Und war früher nicht vielleicht doch alles irgendwie besser? Gab es nicht wirklich, neben mehr Lametta, auch mehr Wochenend-Cons für 20 Euro ähhh... DM? Die Macher des neuen Forums http://warum-wird-larp-immer-teurer.de scheinen davon jedenfalls fest überzeugt und haben überhöhten Con-Preisen den Kampf angesagt. Sie verstehen sich ihrer Selbstbeschreibung nach, als Austauschplattform für Live-Rollenspieler, die wie sie unzufrieden mit dem derzeitigen Preisgefüge in der LARP-Szene sind, sich darüber austauschen und etwas tun wollen. Auch Orgas sind eingeladen sich annonym oder offen mit ihren Kalkulationen der Diskussion zu stellen.

Der Anspruch ist auf jeden Fall ... ambitioniert: Als Gemeinschaft sind wir stark. Für wen werden denn die CONs gemacht? Für uns LARPer doch wohl! Und wieso reden wir dann nicht mit, wenn es um die Kosten geht? Wenn viele Nein zu den hohen Kosten sagen, wird man uns hören. Wenn man das Thema anspricht und auch an die CON-Veranstalter heran trägt. Wenn man artikuliert: Das ist zu teuer. Wir sind auch mit etwas mehr Phantasie und niedrigeren Preisen zufrieden. Oder mit finanziell einfach besser durchdachten Planungen. Und wir wollen wieder CONs von LARPern für LARPer.

Da fehlt eigentlich nur noch ein kraftvolles "Wir sind die 99 Prozent".
 

Dienstag, 10. Januar 2012

LARP im BBC-Kinderprogramm ... 1983

Die 1958 zum ersten Mal gesendete Fernsehshow Blue Peter der BBC, ist laut Wikipedia die am längsten ausgestrahlte Kindersendung der Welt. Über LARP wurde in der Sendung schon 1983 berichtet (also zu einem Zeitpunkt, als im deutschsprachigen Raum vermutlich nicht mal die Großen Alten diesem Hobby nachgingen).



(Mit Dank an Nathan Hook für den Link!)